Fliegen ist die klimaschädlichste Art der Fortbewegung. Trotzdem ist die Luftfahrt steil auf dem Wachstumskurs. Es geht kein Weg an einer Reduktion des Flugverkehrs vorbei, wenn wir zukünftig enkeltauglich unterwegs sein wollen.

Periskop koordiniert das internationale Netzwerk Stay Grounded, ein wachsendes Netzwerk aus lokalen Flughafen-Widerstandsgruppen, Klimagerechtigkeits-Aktivist*innen, NGOs, Gewerkschafter*innen, Wissenschafter*innen, Gruppen, die sich für Alternativen wie Nachtzüge einsetzen, und Organisationen, die betroffene Gemeinschaften von Plantagen für Agrartreibstoffe oder Offset-Projekten unterstützen.

Fliegen ist und bleibt ein Privileg

Ein Wochenendtrip nach Barcelona? Oder eine Fernbeziehung in Paris? Für eine europäische Mittel- und Oberschicht ist dies inzwischen keine Unmöglichkeit. Während weniger als 10 % der Weltbevölkerung jemals in einem Flugzeug gesessen ist, tragen vor allem andere die Konsequenzen: von Lärm, Gesundheitsschäden oder Umsiedlung betroffene Flughafen-Anrainer*innen, Ökosysteme, zukünftige Generationen und jene Bevölkerung im Globalen Süden, die schon jetzt besonders stark unter den Auswirkungen der Klimakrise leidet.

Grünes Fliegen – gibt es das?

Die Luftfahrt ist einer der Sektoren, bei dem in den nächsten Jahrzehnten keine technologische Lösung zu erwarten ist. Nachhaltiges Fliegen wird eine Illusion bleiben. Die Scheinlösungen, welche von der Flugindustrie und den Vereinten Nationen vorangetrieben werden – wie CO2-Kompensation und Agrartreibstoffe – sind vielmehr höchst problematisch und führen zu Menschenrechtsverletzungen und Landraub. Die Strategien lenken zudem davon ab, dass die vielen Privilegien der Luftfahrt abgebaut werden müssen.

Was es braucht

Es ist Zeit, die scheinbare Normalität von Fliegen zu hinterfragen und umweltfreundliche Verkehrsträger zu fördern, wie beispielsweise Nachtzüge. Um Verhalten zu verändern, braucht es auch andere politische Rahmenbedingungen: Es kann nicht sein, dass Zugtickets teurer als Flüge sind und Flugtreibstoff nicht besteuert ist. Flughäfen, Airlines und Flugzeugbauer sollten in Verantwortung gezogen statt subventioniert werden. Auch die wenigen Vielflieger*innen könnten durch eine progressive Besteuerung ins Visier genommen werden. Es bräuchte zudem feste Grenzen für Kurzstreckenflüge und Flughafeninfrastruktur.

Unsere Arbeit

Über die Stay Grounded Kampagne arbeiten wir auf österreichischer und internationaler Ebene an einer Reduktion für Flugverkehr. Durch Öffentlichkeitsarbeit, Bereitstellung von Informationen, Vernetzung und Aktionen ist Stay Grounded inzwischen zum zentralen internationalen Akteur geworden, mit über 100 Mitgliedsorganisationen und noch weitaus mehr Organisationen, die das Positionspapier Stay Grounded unterstützen. Der Start des Netzwerks war 2016, als wir zeitgleich mit der internationalen Konferenz der ICAO (International Civil Aviation Organisation) globale Aktionswochen an Flughäfen organisierten.

Mehr Informationen:

>> Website: www.stay-grounded.org

>> Positionspapier: „Stay Grounded – 13 Schritte für ein gerechtes Transportwesen und eine Verringerung des Flugverkehrs“

>> Broschüre:  „Grünes Fliegen – gibt es das?“